Was ist denn eigentlich WWoE?
Was ist eine Entwicklungspartnerschaft?
Was ist EQUAL?
Was sind transnationale Partner und welche Aufgaben haben diese?
Was ist denn ein TCA?
Wieso ist diese Maßnahme nur für Frauen konzipiert?
Wie können Existenzgründerinnen hiervon profitieren?
Wie können Unternehmerinnen hiervon profitieren?
Welche Unterstützung können MultiplikatorInnen nutzen?
Welche Einzelprojekte verwirklicht denn diese Entwicklungspartnerschaft?
Und wie hat das eigentlich begonnen und warum machen wir das denn alles?
   
 

Und wie hat das eigentlich begonnen und warum machen wir das denn alles?

Tja, von nichts kommt nichts! Auslöser für dieses Engagement ist vor vielen Jahren die Situation bei mir in der Region gewesen. Wenn ich nun von mir spreche: Mein Name ist Anke Nägele, ich bin seit 1994 Unternehmensberaterin für GründerInnen sowie KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) und bin auf Frauenunternehmen spezialisiert (aber nicht ausschließlich!)
Ich hatte Mandantinnen, die regelmäßig frustriert oder sogar verstört von Gesprächen bei anderen Organisationen wiederkamen. Sie wurden als Hobbygründerinnen niedergemacht, der Ehemann sollte gefälligst den Kreditantrag mit unterschreiben oder oder oder. Ich will das jetzt einfach nicht mehr weiter ausführen, es einfach zu entwürdigend.
Aber - dabei kann frau/man ja nicht ruhig bleiben! Da musste etwas geschehen, und das habe ich ins Laufen gebracht! Seit 1994 habe ich intensiv in den Netzwerken mitgearbeitet, die sich mit dem Thema beschäftigen. Der Kontakte wurden immer mehr, ich hatte mir einen Namen gemacht als Beraterin für Frauen. 1998 kam das erste EU-Projekt hinzu (Women into Business). Damals habe ich im Auftrage ein genderspezifisches Trainingskonzept für Gründerinnen entwickelt. (Was heißt denn nun schon wieder Gender?)

Das war mein erstes EU-Projekt und ich habe erleben können, wieviel Know-how man in der Zusammenarbeit mit transnationalen Partnern erwerben kann. Ausschlaggebend für mein weiteres Engagement war die Tatsache, dass es in Bologna (Italien) zu dieser Zeit bereits einen Inkubator gab, der für Frauen und Männer unterschiedliche Leistungen erbrachte. Da war Italien wesentlich weiter als wir in Deutschland.
Im Laufe der Jahre folgten viele Kontakte, auch in die USA. Was mich nicht mehr losgelassen hat, war der Ausspruch von Phillis Hill Slater, damalige Präsidentin der National Association of Women Business Owners - NAWBO (USA): "Women Entrepreneurs must be visible in society", übersetzt: Unternehmerinnen müssen sichtbar sein in der Gesellschaft.

Im Jahr 2001 habe ich eine Studienreise in die USA initiiert, an der insgesamt 7 deutsche Expertinnen aus dem Bereich Frauen und Existenzgründung teilnehmen konnten. Wir hatten die Gelegenheit, in Washington, San Francisco und Albuquerque Projekte und Maßnahmen für die unterschiedlichsten Zielgruppen anzuschauen. Dank der Hilfe unserer Amerikanischen KollegInnen dort sind wir mit einem ganzen Bündel an Ideen nach Hause gekommen. (Reisebericht gefällig?)
Im Herbst 2001 habe ich dann die Chance ergriffen, die neue Programminitiative EQUAL für einen Projektantrag zu nutzen. Während der Sommerpause hatte ich schon einige unserer Projektideen ausgearbeitet, andere folgten während der Antragsphase. Und wie Sie sich vielleicht schon denken können, arbeiten wir an der Sichtbarkeit von Unternehmerinnen in unserer Gesellschaft. Dieses setzen wir in unserem Projekt Statistiken und Gründerinnenfilm um.
Sie haben sicherlich gemerkt, dass ich wieder zum "Wir" übergegangen bin. Ein solches Projekt macht man natürlich nicht alleine, das geht viel besser gemeinsam. Durch die vielen Netzwerkkontakte wusste ich, wer in dieses Team hineingehören sollte. Das "Who is Who" der deutschen Gründerinnenszene ist dabei, aber auch einige "normale" Organisationen.

An dieser Stelle möchte ich mich aufrichtig und herzlich bei meiner Partnerschaft bedanken, dass sie mir ihr Vertrauen geschenkt haben und sich an dieser Entwicklungspartnerschaft beteiligt haben. Ohne die Mitarbeit von den Gründerinnenzentren der ersten Stunden, den Forschungsinstituten, Fachhochschulen und Universitäten, die bereits im genderspezifischen Kontext forschen, den Weiterbildungsträgern, die schon früh Kurse für Frauen angeboten haben und natürlich auch unseren strategischen Partnern wie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder der Deutschen Ausgleichsbank wäre das Projekt niemals so groß und gut geworden.

Nicht zuletzt möchte ich auch noch einmal auf die Hilfe der EU-Kommission, Generaldirektion Beschäftigung, und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit hinweisen, ohne deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt niemals gestartet wäre.
Und nun wirklich zuletzt: Sie ahnen sicherlich schon, warum ich Ihnen als Gründerin, Unternehmerin oder MultiplikatorIn das erzählt habe. Auch ein kleines Rad kann ein großes Getriebe in Gang setzen - und - Netzwerkarbeit zahlt sich irgendwann immer aus.

In diesem Sinne wünscht Ihnen die WWoE-EP viel Vergnügen beim Studium unserer Seiten!


Anke Nägele Initiatorin der EP "Women Way of Entrepreneurship"

 
 
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